Samstag, 24. Oktober 2009

Die widerspenstige ONKO-Faust




Fisherman Franka hat den Kaffee gekocht. Er hat ihn gut gemacht. Harmonisch und bekömmlich. Er musste ihn jedoch zuerst zähmen. Die Onko-Faust hat er abgerissen und sie in den Bio-Müll geschmissen. Er weiß, wie man mit Fäusten umzugehen hat! Fisherman Franka war in den 30ern mal ein Boxer und musste sich in seinem Revier behaupten. Er biss damals viele tot. Denn mit Boxer meine ich einen Hund. Er war damals ein Hund. Die Nachbarspudelrotte war sein ständiger Rivale. Die Pudeldame war riesig groß und brachte alle paar Tage Nachschub. Sie war eine Gebärmaschine, ein Hauptpudel! Und jede Generation Pudel wurde stärker. Irgendwann konnte Fisherman Franka dem nicht mehr Paroli bieten und er ließ sich kaputt machen von der Rotte. Dann wurde er als Mensch wieder geboren. Und so kommt es, dass er heute in Menschengestalt diesen wundertollen Kaffee kochen kann. Hut ab!

Die Onko-Faust versucht sich aus dem Mülleimer zu befreien. Sie kraxelt herauf und springt Fisherman Franka in der Küche mit vorgestellten Fingernägeln in die Fresse. Doch Fisherman Franka stößt sie mit seiner Zunge weg. Er hat eine enorme Zunge, denn er lebte auch mal als Chamäleon. Aber das ist sehr, sehr lange her. Aber die Zunge hat er noch. Die Faust knallt in die Ecke und wird bewusstlos. Ihre Fingernägel rollen sich nach außen. Fisherman Franka schneidet die Faust mit der Brotmaschine in Scheiben und legt sie als Beilage zum Kaffee auf einen Extra-Teller mit Bockwurst. Voilà!

Derweil begibt sich folgendes in der Wohnstube: Sandro krächzt auf dem Teppich wie ein Wellensittich. Vaginalia Sozialistica, die Hauskatze des Fisherman Franka, hat ihn bereits erspäht und geht in Lauerhaltung. Sie mag Vögel fressen - aber so einen komischen Vogel hat sie noch nie gesehen. So dick und ohne Flügel. Sie tigert um ihn herum und weiß nicht so recht, wo sie zuerst reinbeißen soll. Hmmmmn, vielleicht in den saftigen Knackpo? Oder doch in das gelenkige, sportliche Genick? Sandro sieht, dass er in Gefahr ist. Er steht sofort auf und setzt sich auf den Sessel. Vaginalia Sozialistica bekommt umgehend höllischen Respekt vor ihm, denn er präsentiert sich nun als stattlicher Mann. Sie schaut ihn an und weiß, dass Menschen mehr wert sind als Tiere und sie muss sich als Tier nun unterordnen. Sofort springt sie mit einem Tapps hinter den Beistelltisch und befördert ihr Spiel-Wollknäuel zu Tage. Sie rollt es Sandro vor die Füße - doch dieser hat momentan keinen Bock auf Rumspielen! "Dreckskatzen...", denkt er bei sich und befiehlt ihr mit folgendem Satz, sich etwas mehr zurückzuhalten: "Katze! Ruhig!" Vaginalia Sozialistica zieht sich zurück und lebt fortan ein ruhiges Katzenleben. Sie freut sich, dass sie bald auch wieder Tee kochen kann.

Mit vollem Tablett voller Kaffee und Onko-Faust-Spuren im Gesicht betritt Fisherman Franka seine Wohnstube. Er hat sich nochmal schnell hübsch gemacht, denn wenn er Kaffee trinkt, möchte er wie eine ältere Dame wirken. Kuchen kann er seinem Sohn Sandro leider nicht bieten - das würde dann auch zu schwul wirken. Er setzt sich mit übereinander geschlagenen Beinchen auf das Sofa und reicht Sandro eine Tasse. "Trink es - es wird dich stärken!", grunzt er ihn an wie ein Tier. Sandro schlürft gemütlich aus der Tasse und schaut dabei äußerst bekömmlich drein. Fisherman Franka stiert ihn voller Wolllust an - mit der Wolllust, die nur ein Vater seinem Sohn entgegenbringen kann. Harter Tobak, Leser - aber es ist keine sexuelle Wolllust - sondern das Vatergefühl, seinem Sohn zuzuschauen und ihn unter Umständen zurechtzuweisen. Kontrollwut herrscht in der Stube! Es ist die Erziehungslust des gesetzlichen Vertreters, genauer: des Erzeugers.

Der Kaffee schmeckt verdammt gut. Fisherman Franka sagt: "Schmeckt er?" Sandro lächelt und sagt: "Er schmeckt verdammt gut!" Fisherman Franka freut sich über das Kompliment und kontert mit einem freundlichen "Danke, Sohn!" Beide sind nun total lieb zueinander und freuen sich, am Leben zu sein. Die Welt ist toll und es ist muckelig warm in der Stube. Die Katze schnurrt hinterm Ofen. Doch dunkle Wolken ziehen auf. Sie verbreiten sich unter der Stubendecke. Denn was Fisherman Franka nun behaupten muss, setzt der ganzen Situation die Krone auf. Er sagt: "Sandro, ich habe dich angelogen. Das Amulett kann gar nichts."

Sandro lässt die Kaffeekrümel aus seinem Mund fallen, denn damit hat er nicht gerechnet. Ein Spuckefaden bahnt sich seinen Weg Richtung Teppichsaum. Doch ehe er ihn erreichen kann, hat sich Fisherman Franka galant unter ihn bewegt und ihn mit seiner Zunge abgefangen. Dafür langt er seinem Sohn Sandro eine, denn in seiner Wohnung wird nicht rumgespuckt! "Tut mir leid, hab dich angelogen!", wiederholt er. "Ja, und nun?", fragt Sandro mit großen, wässrigen Augen. "Jetzt ändert sich die Geschichte."

Und so sitzen sie weiterhin dort und lassen es sich gut gehen. Die Nacht ist sehr weit fortgeschritten. Der Nachtmond wuchert prall und gelb wie ein eitriger Pickel im Gesicht eines unreinen Teenagers.

Montag, 8. Juni 2009

Der Puppenspieler von Mexiko in Timbuktu




PLATSCH! Skeptisch blickt Negerkind Heini gen Himmel. Er hat bis vorhin noch im Wasserkasten gespielt. Wasserkästen sind identisch mit den Sandkästen, wie wir sie in Deutschland kennen. Da die Wüste jedoch eine riesige Sandlandschaft ist, wurden für die Kinder Gerolsteiner-Wasserkästen installiert. Hier können sie mit ihren kleinen Spielzeugholzbooten (sie sind übrigens aus Holz!) und einer David-Hasselhoff-Baywatch-Puppe fein spielen.

PLATSCH, PLATSCH! Schon wieder! Heini hat nun auch entdeckt, woher dieses Geplatsche kommt: Die unsägliche Taubenrotte kreist über dem Wasserkasten und lässt ihre weiße Kotpampe fallen. Wer zuerst kommt, kackt zuerst - so lautet ein altes Vogelsprichwort. Jede noch so kleine Kohlmeise lernt es bereits im Vorschulalter.

Die Tauben haben enormen Durst und möchten sich herniederlassen. Der kleine Heini räumt ängstlich das Spielfeld. Zackarsch und stantepede stürzen die 50 Tauben herab und schlürfen gurrend mit flinker Zunge binnen Sekunden den kompletten Wasserkasten leer, bevor sie vor Ort die Augen zuklappen und ein Nickerchen zelebrieren. Heini flennt gar bitterlich und rennt zum Papa. Soeben hat der KRIEG begonnen.

Innerhalb der nächsten Stunde versammeln sich die Bobo-Stämme im Umkreis von geschätzten 20 Kilometern. Sie sind schwer bewaffnet und kommen zu Nilpferd, zu Esel, zu Zebra, Ehefrau und was man sonst noch bereiten kann. Und sie haben ihre Ultrageheimwaffe dabei! Die verrate ich noch nicht.

500 Krieger versammeln sich bereits in der FuZo von Timbuktu. Viele Frauen und Kinder wurden daheim gelassen. Diese sollen derweil Bob Geldof im Häuptlingszelt bekochen und den Kiosk von Bono rein halten. Nun werden sich bestimmt einige fragen, wieso es 500 Krieger braucht, um geschätzte 50 Tauben zu erledigen. Tauben sind äußerst unangenehme Gegner, weil sie höchst taktisch vorgehen. Und Tauberich Kackomat IV. ist ein exzellenter Stratege!

Zudem sind Tauben ein garstiger Nilpferdschreck. Sie stellen sich den Tieren als Colgate-Zahnputzvögel vor, setzen sich in das geöffnete Maul und picken alles kaputt - ja, sie zerfetzen regelrecht das orale Innenleben eines Nilpferds. Bevor es das Maul schließen kann, haben sie ihm längst die Kiefergelenke derartig zerstört, dass der Unterkiefer abfällt. Dann ist schlecht zuschnappen.

Die Tauben müssen sterben! So sehen es jedenfalls die Eingeborenen. Deshalb beginnen sie nun damit, die noch ahnungslose, im Wasserkasten positionierte Taubenrotte einzukreisen. Sie alle haben Katapulte, Schießgewehre, Handgranaten, Bumerangs. Der Anführer aller Krieger kriecht vorneweg. Es ist kein Geringerer als Roberto Blanco. In seinem dicklippigen Schlagersängermund umklammert er fest die Trillerpfeife, die er zum Auslösen der Ultrageheimwaffe benötigt. Die Trillerpfeife bekam er einst von Michael geschenkt, ja, DEM Michael von Marianne und Michael. Und diese Trillerpfeife - ja, wie soll ich es sagen - diente dem Michael einst als Erziehungsmittel, als er Ende der 60er die Marianne total verwildert und zerzaust an einem Waldstück einsammelte und sich zackarsch in sie verknallte. Mit dieser Trillerpfeife erlangte Marianne einst wieder soziale Kompetenz. Leider hat diese Trillerpfeife mit ihrem schrillen Klang ihren Musikgeschmack komplett ruiniert.

Aber zurück zum aktuellen Geschehen: Plötzlich ertönt ganz leise die Melodie des Songs "Der Puppenspieler von Mexiko". Es ist ein Handy-Klingelton. Roberto Blanco dreht sich um. "Verdammt! Habe ich euch nicht gesagt, für diesen Angriff eure Handys auszuschalten? Mennooooooo!" Krieger Hans-Jürgen in der 3. Reihe, 5. von rechts, schaltet sein Handy aus. Es ist seine Schuld! Er hat sein Handy angelassen. Den Klingelton hat er eingestellt, um sich bei Roberto Blanco einzuschleimen (es ist sein Song!), damit er vielleicht in Zukunft mal als Backgroundsänger oder zumindest Manager für ihn arbeiten darf - oder als Songwriter! Nur zu doof, dass es in solch einer unangenehmen Situation losgeht. Er war nun gezwungen, seine Mutti wegzudrücken - die wollte wohl nur wissen, wie es ihm geht oder ob er sich schon beworben hat - oder zumindest mal eine Frau abbekommen hat. Roberto Blanco blitzt ihn böse mit seinen sehr weißen Kulleraugen, so bedrohlich wie Tischtennisbälle, an. Er blickt ihn quasi tischtennisballartig an.

Tauberich Kackomat IV. öffnet ein Auge. Auch er hat den fröhlichen Schlagersound vernommen. "WIR SIND UMZINGELT!", gurrt er entsetzt die noch schlafende Rotte an. "ERHEBT EUCH!" Die restlichen Tauben schwingen ihre Flügel und heben ab. Es ist ein wildes Geflatter und Gegurre. Sofort feuern die Krieger Steine, Patronen, Zigarettenschachteln, Wasserflaschen und anderen Krimskrams in die Luft. Die Tauben haben keine Chance. Sie wurden überrascht. In geschätzten 20 Metern Höhe torkeln sie durch die Luft über dem Wasserkasten.

Roberto Blanco trillert seine Trillerpfeife. Ein enormes Beben erfasst die Gegend. Der Erdboden wackelt. Ein Sandloch entsteht, der Wasserkasten wird von der Wüste verschlungen. Aus dem Boden schießt mit einem kariösen Affenzahn ein riesiger Wurm! Mit weit geöffnetem, stinkendem Maul steigt sein Kopf in den Himmel, da wo die Tauben wie Idioten rumzappeln. SCHNAPP! Das hässliche Wesen schließt den Kopf und schluckt alles runter! Dann schießt es wieder hinab in den Erdboden. Zurück bleibt nur ein riesiges Loch. Ein paar weiße und graue Federn schweben sanft gen Erdboden. Das ist alles, was übrig geblieben ist. Eine Feder landet auf dem Fuß von Tom Hanks, der auf einer Parkbank sitzt und Mon Cheri frisst.

Die Negerkrieger jubeln und geben sich High Five, wie die Rapper aus den USA. Roberto Blanco lacht und singt als Belohnung ein Lied. Der Plan hat funktioniert: Sie haben binnen einen Jahres eine besondere Wurmrasse gezüchtet, welches sehr schnell wächst. Ein riesiges Vieh, das sich sonst von Schafen und Kamelen ernährt.

Aber das ist eigentlich auch alles total belanglos. Liebe Leser, aber trotzdem, macht euch doch mal Gedanken und überhaupt, meine Fresse - das darf doch wohl alles nicht sein. Das Licht. Es wabert im Kleiderschrank. Die Motte zerschellt am Hosensaum. Ich hab nix mehr zum Anziehen. Wo ist mein Schlüpfer?

Samstag, 2. Mai 2009

Im Mai im Park..

..bei Blauhimmel und tief im Gras - da lagen wir, ließen uns von Ameisen bekrabbeln und lauernden Raben überfliegen. Wir betrachteten Menschen, die grillunfähig grillten und junge Eltern, die ihr Kleinkind einen Baum umarmen ließen. Die Zeit nutzten wir natürlich für ein kleines gemeinsames Bild, welches ich hier einmal herzeige. Habe es aber invertiert!


Samstag, 4. April 2009

Weitere Musik

Pavement ist eine meiner Lieblingsbands. Ich habe heute mal den Song "Box Elder" eingespielt. Dieser hat sogar eine unbeholfene Drum-Spur. Naja, egal. Viel Spaß beim Hören.



Lyrics:

Wasn't the question you asked me
It wasn't the answer I gave
That made me feel like I was on a train

Was a distant voice
Made me make a choice
That I had to get the fuck out of this town

I got a lot of things to do 
A lot of places to go
I've got a lot of good things coming my way
And I'm afraid to say that you're not one of them

Last time I was there
You were out on the couch
Pressed into a little electric tune

It was the way that you smiled
Made me know at once
That I had to get the fuck out of this town

'cause I've decide to make a stand
And I'm not gonna take your hand
I'm taking the next bus outta here 
I'm gonna head for Box Elder, M.O.